WAS WIR BEHANDELN

Begleiterkrankungen & Doppeldiagnosen

Begleiterkrankungen, auch als Doppeldiagnose bezeichnet, liegen vor, wenn bei einer Person sowohl eine psychische Erkrankung als auch eine Substanzabhängigkeit bestehen. Diese Erkrankungen stehen in enger Wechselwirkung zueinander, wobei die eine häufig die andere verstärkt. So greifen Menschen, die unter Angststörungen, Depressionen, ADHS oder traumatischen Erfahrungen leiden, nicht selten zu Substanzen, um ihre Symptome zu bewältigen und erleben dadurch, dass sich ihre psychischen Belastungen weiter verschärfen.

Darüber hinaus treten psychische Erkrankungen auch unabhängig von Substanzmissbrauch selten isoliert auf. Vielmehr ist es üblich, dass mehrere, sich überschneidende Störungsbilder gleichzeitig bestehen. So kann eine Person mit ADHS zusätzlich unter Angststörungen leiden, während Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung häufig auch mit Essstörungen konfrontiert sind. Diese komplexen Zusammenhänge zu erkennen und mit einem integrierten, einfühlsamen Ansatz zu behandeln, ist entscheidend für eine nachhaltige Genesung und langfristiges Wohlbefinden.

Durch unsere einzigartige Kombination aus medizinischer, psychotherapeutischer und persönlicher Betreuung sind wir stolz darauf, die weltweit einzige Klinik zu sein, die Begleiterkrankungen und sämtliche potenziellen Ursachen Ihres Leidens ganzheitlich adressiert. Unser Ansatz legt einen besonderen Fokus auf die Identifikation biochemischer Ungleichgewichte und zugrunde liegender funktioneller Störungen, die häufig eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielen. Mithilfe moderner medizinischer Verfahren, darunter medikamentöse Behandlungen, rTMS sowie psychedelisch unterstützte Therapieansätze – in Verbindung mit intensiver Psychotherapie können wir alle Ebenen Ihrer Erkrankung gezielt behandeln.

Dieser ganzheitliche und umfassende Ansatz ermöglicht es uns, die komplexen Schichten Ihres Leidens ebenso zu berücksichtigen wie die Bewältigungsmechanismen, die Sie entwickelt haben, um mit diesem Schmerz umzugehen. Indem wir all diese Aspekte adressieren, können wir Sie dabei unterstützen, sich innerhalb weniger Wochen zu erholen statt über Monate oder Jahre hinweg.

Welche Erkrankungen Sie betreffen, hängt von Ihrer individuellen Lebensgeschichte, Ihrer Persönlichkeit und Ihrer genetischen Veranlagung ab. Dennoch überschneiden sich bestimmte Erkrankungen häufiger als andere. Zu den am häufigsten auftretenden Begleiterkrankungen zählen:

  • Depression und Alkoholabhängigkeit

Depressionen gehen häufig mit einer unablässigen inneren Selbstkritik einher, die zu Erschöpfung und Verzweiflung führt. Alkohol kann kurzfristig Erleichterung verschaffen, indem er die Dopaminausschüttung erhöht. Als dämpfende Substanz verschlechtert er jedoch langfristig die Symptome und beeinträchtigt die Emotionsregulation. Viele Betroffene nutzen Alkohol unbewusst zur Selbstmedikation und geraten dadurch in eine Abhängigkeit. Es entsteht ein Teufelskreis: Nüchternheit verstärkt die Depression, sodass Alkohol als notwendig empfunden wird. Da sich Depression und Abhängigkeit gegenseitig verstärken, ist eine gleichzeitige Behandlung im Rahmen eines Doppeldiagnose-Ansatzes entscheidend für eine nachhaltige Genesung.

  • Depression und Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten

Ähnlich wie Alkohol erhöht auch eine Depression das Risiko einer Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten, insbesondere von stark suchterzeugenden Opioiden wie Oxycodon oder Morphin. Depressionen sind oft extrem belastend, und die sedierende Wirkung von Schmerzmitteln kann emotionalen Schmerz vorübergehend dämpfen. Für manche Betroffene ermöglichen diese Medikamente überhaupt erst, den Alltag zu bewältigen, was ihre Anziehungskraft zusätzlich erhöht. Langfristiger Gebrauch führt jedoch zur Abhängigkeit und hält den Kreislauf der Sucht aufrecht.

  • Bipolare Störung und Alkoholabhängigkeit

Alkoholmissbrauch tritt bei Menschen mit bipolarer Störung häufig auf, da sie zwischen manischen Phasen mit gesteigerter Energie und depressiven Episoden mit Müdigkeit und Niedergeschlagenheit wechseln. Während manischer Phasen kann die beruhigende Wirkung von Alkohol als entlastend empfunden werden, während er in depressiven Phasen belastende Gefühle betäubt. So entwickelt sich ein unbewusster Bewältigungsmechanismus zur Regulation extremer Stimmungsschwankungen. Mit der Zeit wird Alkohol zum Mittel, sowohl Hochs als auch Tiefs zu entkommen, was zu Abhängigkeit führt. Besteht der Verdacht auf eine bipolare Störung in Kombination mit Alkoholabhängigkeit, ist eine Behandlung, die beide Diagnosen berücksichtigt, unerlässlich.

  • Schwere depressive Störung und Essstörungen

Die schwere depressive Störung ist eine häufige zugrunde liegende Ursache von Essstörungen. Studien zeigen, dass 32–39 % der Menschen mit Anorexie, 36–50 % mit Bulimie und 33 % mit Binge-Eating-Störung zugleich unter Depressionen leiden. Essstörungen dienen häufig als Versuch, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit zu kontrollieren, und vermitteln ein trügerisches Gefühl von Kontrolle. Sie können zwanghafte und suchthafte Züge annehmen und von depressiven Symptomen ablenken. Tritt eine Depression gemeinsam mit Anorexie auf, erhöht sich das Suizidrisiko deutlich und die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Genesung sinkt. Eine vorrangige Behandlung der Depression ist daher entscheidend für den Erfolg der Essstörungstherapie.

  • ADHS und Kokainmissbrauch

Studien belegen einen engen Zusammenhang zwischen ADHS und Substanzmissbrauch, insbesondere einer Abhängigkeit von Kokain. ADHS ist unter anderem durch einen niedrigen Dopaminspiegel gekennzeichnet, der Motivation und Konzentration beeinträchtigt. Stimulanzien wie Kokain erhöhen kurzfristig den Dopaminspiegel und lindern vorübergehend diese Symptome. Mit der Zeit entwickelt sich jedoch eine Abhängigkeit, da die Toleranz steigt und immer größere Mengen benötigt werden. Gleichzeitig verschlechtert die Sucht die Emotionsregulation und verstärkt die ADHS-Symptomatik. Eine wirksame Behandlung muss daher sowohl ADHS als auch die Abhängigkeit berücksichtigen.

  • Angststörungen und Alkoholabhängigkeit

Alkohol kann Angst kurzfristig lindern, indem er das zentrale Nervensystem dämpft und eine beruhigende Wirkung entfaltet. Langfristig erhöht er jedoch das allgemeine Angstniveau, insbesondere im Zusammenhang mit Entzugssymptomen. Dieser Kreislauf kann dazu führen, dass Alkohol zunehmend zur Bewältigung selbst geringer Belastungen eingesetzt wird und die Genesung erheblich erschwert.

  • Angststörungen und Essstörungen

Menschen mit Angststörungen entwickeln nicht selten Essstörungen, um ein Gefühl von Kontrolle über ihre Emotionen zu erlangen. Restriktives Essen oder Essanfälle können Angst kurzfristig reduzieren, verstärken jedoch langfristig negative Denkmuster und psychische Belastungen. Durch Mangelernährung verursachte Nährstoffdefizite können Angstsymptome zusätzlich verschlimmern und einen sich selbst verstärkenden Kreislauf entstehen lassen.

  • PTBS und Opioidabhängigkeit

Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) greifen mitunter zu Opioiden, um körperlichen und seelischen Schmerz zu betäuben, insbesondere bei Flashbacks oder ständiger Übererregung. Zwar verschaffen Opioide kurzfristig Linderung, sie beeinträchtigen jedoch die emotionale Verarbeitung und fördern Abhängigkeit. Langfristig können sie die PTBS-Symptomatik verschärfen und Betroffene in einem Kreislauf aus Vermeidung und Substanzgebrauch gefangen halten.

  • Borderline-Persönlichkeitsstörung und Substanzmissbrauch

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) kämpfen häufig mit starker Emotionsdysregulation und Impulsivität, was das Risiko für Substanzmissbrauch erhöht. Alkohol oder Drogen werden genutzt, um intensive Gefühle zu regulieren, verschärfen jedoch langfristig Stimmungsschwankungen und innere Instabilität. Diese Kombination erhöht das Risiko für Selbstverletzung, unberechenbares Verhalten und zwischenmenschliche Konflikte.

  • Zwangsstörung (OCD) und Alkoholabhängigkeit

Menschen mit einer Zwangsstörung greifen mitunter zu Alkohol, um aufdringliche Gedanken und Zwänge zu dämpfen. Alkohol beeinträchtigt jedoch die kognitiven Funktionen, sodass Zwangsgedanken im nüchternen Zustand oft noch schwerer zu kontrollieren sind. Mit der Zeit kann sich eine Abhängigkeit entwickeln, da Alkohol zunehmend als einziger Weg zur Linderung der Symptome wahrgenommen wird.

Wie wir Begleiterkrankungen behandeln

Auch wenn wir nicht im Voraus genau vorhersagen können, wie Ihr vierwöchiger Aufenthalt im Einzelnen aussehen wird, stellen wir sicher, dass jeder Schritt Ihres Behandlungsprozesses auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Dadurch sind wir in besonderer Weise darauf vorbereitet, alle Formen von Begleiterkrankungen gezielt zu behandeln. Bei Paracelsus Recovery beschreiten keine zwei Patientinnen oder Patienten denselben Weg.

Jede Klientin und jeder Klient erhält einen individuell erstellten Behandlungsplan, der speziell auf sie oder ihn zugeschnitten ist. Jeder Tag ist dabei sorgfältig strukturiert und integriert eine Vielzahl therapeutischer Maßnahmen. Diese Therapieformen greifen ineinander und berücksichtigen jeden Aspekt Ihrer Gesundheit – körperlich, emotional und psychisch – um Ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für Ihre Genesung zu bieten. Ob Sie mit Depressionen und Alkoholabhängigkeit oder mit Angststörungen und Essstörungen leben: Unser ganzheitlicher Ansatz bietet Ihnen die Unterstützung und die Werkzeuge, die Sie auf Ihrem Weg begleiten.

Wenn Sie unsicher sind, ob bei Ihnen möglicherweise eine Doppeldiagnose vorliegt, machen Sie sich keine Sorgen. Unser diagnostischer Prozess ist darauf ausgelegt, zugrunde liegende psychische Erkrankungen oder Substanzgebrauchsstörungen zu erkennen – auch solche, für die bislang noch keine formelle Diagnose gestellt wurde.

Unser Ansatz betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit – Geist, Körper und Seele

Über 15 Teammitglieder, die sich alle für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden einsetzen

Umfassende Programme, so individuell wie Sie selbst

Im Fokus Begleiterkrankungen & Doppeldiagnosen